Gute Arbeit – existenzsichernde Löhne

Die Sozialdemokratie hat sich immer für die Arbeiter_innen eingesetzt. Dazu muss sie wieder zurückfinden. Mit den Hartz-IV-Reformen sind Fehler gemacht worden. Insbesondere die Ausweitung des Niedriglohnsektors hat viele Arbeitnehmer_innen an die Armutsgrenze geführt. Heute arbeiten fast 8 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor (Westdeutschland: unter 9,50 €/h; Ostdeutschland: unter 6,87 €/h). Die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns ist zwingend notwendig, fraglich ist, ob 8,50 Euro heute noch ausreichend sind.
Ein gesetzlicher Mindestlohn ist auch ein erster Schritt hin zu gleicher Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher und gleichwertiger Arbeit. Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 23,2 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Gleiche Bezahlung von Leiharbeiter_innen und Stammbelegschaft muss ebenfalls erreicht werden. Wir sind für die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse. Sonderformen am Arbeitsmarkt, beispielsweise die Minijobs führen zu Lohndumping, Dequalifizierung und Armut im Alter. Die Jusos Mitte setzen sich ein für Arbeit, von der jede und jeder leben kann, sowohl in der aktiven Erwerbsphase als auch im Alter. Darüber hinaus sollte gute Arbeit die Möglichkeit der Entfaltung der individuellen Fähigkeiten bieten.
Deutschland steuert auf einen Fachkräftemangel zu. Insbesondere in den Sozial- und Pflegeberufen fehlt heute schon gut ausgebildetes Personal. Aufgrund zunehmend prekärer Beschäftigung in diesem Bereich ist dies nicht verwunderlich.
Deswegen setzen sich die Jusos Mitte ein für:

  • Existenzsichernde Löhne, in einem ersten Schritt durch einen gesetzlichen Mindestlohn, die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, sowie Leiharbeiter_innen und Stamm-belegschaft.
  • die Aufwertung von Sozial- und Pflegeberufen.
  • aktive Förderung von Frauen im Erwerbsleben, z.B. durch die Quotierung von Aufsichtsräten und Vorständen.
  • den Ausbau der Instrumente zur Arbeitsförderung.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Wertschätzung und Absicherung von Arbeit und Arbeitskraft in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU ein sehr unterschiedliches Niveau erreicht haben. Mit diesem Problem setzen wir uns verstärkt auseinander und hierfür Lösungen und Alternativen entwickeln. Im Zuge der derzeitigen Krise muss man sich auch mit der Frage auseinandersetzen, welchen Beitrag Deutschland im Rahmen der Lohnpolitik zur Staatsverschuldung anderer EU-Staaten geleistet hat.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*